Lesung und Künstlergespräch: Taiwanischer Comic-Star Sean Chuang in Berlin

Sean Chuang, Jahrgang 1968, zählt zu den profiliertesten Comic-Künstlern Taiwans. Hauptberuflich ein sehr erfolgreicher Werbefilmregisseur, zeichnet er Comics in seiner Freizeit. Seine Stoffe sind meist autobiographisch. Mit „Meine 80er Jahre – Eine Jugend in Taiwan“ liegt nun das vielleicht bislang wichtigste Werk im Schaffen von Sean Chuang in deutscher Sprache vor.

 

Im Gespräch mit der Moderatorin Stella L’Homme werden Einblicke in Sean Chuangs Comic-Schaffen, die taiwanische Comic-Szene und das Leben und die Gesellschaft in Taiwan gewährt. Das Publikum hat am Ende der Veranstaltung die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Nach der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit, Comics von Sean Chuang zu erwerben und sich diese vom Autor signieren zu lassen.

 

Zeit:    Dienstag, 30. Mai, 19: 30 Uhr

Ort:    Buchhandlung „Modern Graphics“, Kastanienallee 79, 10435 Berlin

 

Anlass für Sean Chuangs Deutschlandbesuch ist das Comic-Festival in München, wo er bereits am Samstag, 27. Mai, um 15 Uhr eine Lesung halten wird.

 

 

Das Buch Sean Chuang verarbeitet in der Graphic Novel „Meine 80er Jahre – Eine Jugend in Taiwan“ Erinnerungen an seine Jugend im Taiwan der späten 70er und 80er Jahre. Seine Erinnerungen lassen sich zugleich als Zeitporträt einer Gesellschaft im Umbruch lesen: Taiwan erlebte damals einen beispiellosen Wirtschaftsboom und eine politische Öffnung hin zu mehr Demokratie und Freiheit. Plastisch, eindrücklich und humorvoll fängt der Autor den Alltag und das Lebensgefühl einer ganzen Generation ein. Er gewährt Einblicke in eine von spezifisch chinesischen Wert- und Familienvorstellungen geprägte Kultur, macht aber zugleich eine Jugend lebendig, die mit ihren Ängsten, Nöten und Glücksmomenten den Leser über alle Kulturgrenzen hinweg berührt und Erinnerungen an die eigene Kindheit wachruft. Der Autor Sean Chuang (eigentlich: Zhuang Yongxin) wurde 1968 in Taiwan geboren. Seinen Schulabschluss machte er an der Fu-Hsin Trade & Arts School in Taipeh, Taiwan. Im Laufe seiner über 20-jährigen Karriere als Werbefilmer hat er in verschiedenen asiatischen Ländern (China, Singapur, Japan) über 400 Werbespots gedreht und mehrere bedeutende Preise wie den Times Award und den Times Asia Pacific Award gewonnen. Comics zeichnet er in seiner Freizeit. 1995 erschien sein autobiografisches Comic-Debüt «Notizen eines Werbefilmers», in dem er Einblicke in den hektischen Berufsalltag eines Werberegisseurs gibt. Schon dieser Erstling wurde zum Bestseller und erlebte 18 Auflagen. 2010 vollendete Sean Chuang sein zweites Werk, «Das Fenster», eine fiktive Geschichte ohne Worte, die im Europa des Zweiten Weltkriegs spielt. Er erhielt dafür den begehrten Preis «Beste Graphic Novel» des Informationsbüros der taiwanischen Regierung. Die Rechte daran wurden nach Spanien verkauft.

2013 erschienen eine erweiterte Neuausgabe der «Notizen eines Werbefilmers» und das «Meine 80er Jahre – Eine Jugend in Taiwan», in dem der Autor Erinnerungen an seine Jugend verarbeitet. 2014 erhielt « Meine 80er Jahre – Eine Jugend in Taiwan » bei den Taiwan Golden Comic Awards als erstes Werk überhaupt sowohl den Preis für den besten Comic als auch den Preis für den besten Newcomer. 2015 erschien in Taiwan der zweite Teil von «Meine 80er Jahre»

 

 

Medienstimmen

 

„Man spürt aber auf jeder Seite die Intensität des Zeichners und Verfassers: Hier steckt wirklich Herzblut drin.“

„…Dieser stets sichtbare Zwiespalt macht den Band zu einer fesselnden Lektüre, von der man keine Abenteuerhandlung erwarten darf, aber einen Einblick in einen äußerlich vertrauten, in den Verhaltensweisen der Menschen aber fremdartigen Lebensstil.“

(Andreas Platthaus, FAZ)

 

“… ein Geheimtipp für denjenigen der eine fremde Kultur und ein fremdes Land auf erfrischend authentische und zumindest für mich sehr Interessante Art und Weise kennen lernen möchte.”

(Comicreview)

 

„Mit sehr wenigen Anekdoten vermag der Autor die kulturellen Unterschiede zu unserer westlichen Welt aufzuzeigen, die Leidenschaft für den popkulturellen Materialismus hingegen können viele westliche Leser gut nachvollziehen.

… man hat eine Ahnung, wie es hätte sein können, in Taiwan aufzuwachsen. …Chuang jedoch beschreibt sein Land von innen, als Einheimischer, mit viel Leidenschaft.“

(Giovanni Peduto, Strapazin)

 

„Ein Erzählerkommentar wechselt mit Dialogszenen und führt flott durch die teilweise amüsanten, teilweise nachdenklichen, aber immer eindrucksvollen Episoden des Heranwachsens in einer turbulenten Zeit…. Ein schönes Beispiel dafür, dass auch scheinbar exotische Beiträge Lesefreude und Wiedererkennungswert bringen können.“

(Comicleser.de)

Sean_Chuang