Demokratie in Fernost: Entstehung und aktuelle Bedrohungen – Ein Diskussionsabend mit dem Repräsentanten Taiwans, Prof. Dr. Shieh Jhy-Wey

Am 30. Oktober 2019 luden die FDP Gendarmenmarkt, die FDP Hackescher Markt und die Berliner Sektion der Deutschen Gruppe der Liberalen Internationale zu einem außenpolitischen Abend in den Taiwan Kultursaal der Taipeh Vertretung ein. Botschafter Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh fungierte als Impulsgeber und wichtiger Gesprächspartner.

In seinem Grußwort betonte Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Vize-Präsident der Liberalen Internationale, dass Taiwan und die Liberale Internationale in den vergangenen Jahren für Freiheit und eine offene Gesellschaft eng zusammengearbeitet hätten. Er lobte die Errungenschaften von Präsidentin Tsai Ing-wen, den Modernisierungsprozess bei Taiwans Strukturwandel voranzutreiben, wobei es viele Parallelen zu Deutschland und Europa gebe.

Professor Shieh sprach in seinem Vortrag über die aktuelle Situation in Taiwan und die strategische Entwicklung in Ostasien im Allgemeinen und mit Blick auf China und Hongkong. Er erklärte, dass der Grund, warum China sich Taiwan einverleiben wolle, vor allem in der geostrategischen Bedeutung Taiwans liege. Anschließend erläuterte er den historischen Hintergrund für die Entstehung der „Ein-China Politik“ und unterstrich, dass diese Politik durch die Demokratisierung Taiwans gegenstandlos geworden sei. Taiwan erhebe keinen Alleinvertretungsanspruch für ganz China. Den Taiwanern gehe es nicht darum, Festlandchina zurückzuerobern, sondern Chinas Ambitionen, Taiwan zu annektieren, abzuwehren, sagte er.

Mehr als 50 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil und ließen nach einer spannenden Diskussion den Abend am chinesischen Buffet gesellig ausklingen.

Saba Farzan (DGLI Berlin) und Alexander Platonov (FDP Gendarmenmarkt)
Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Vize-Präsident der Liberalen Internationale